Auch die Tischtennis-Saison hat unter den derzeit ungewöhnlichen Bedingungen wieder begonnen. Die Hygienekonzepte aller Vereine sollen einen möglichst sicheren und gleichzeitig einfachen Ablauf der Verbandsspiele garantieren. Ein wichtiger Schritt, um das Vereinsleben zu erhalten und etwas Abwechslung in den Alltag zu bekommen.

Die TTF Hemsbach und die TTG Birkenau hatten die längere Zwangspause genutzt, um ihre Spielgemeinschaft auf den gesamten Verein zu erweitern. Für die beiden Damenmannschaften und die neuformierte erste Herrenmannschaft beginnt die Saison allerdings erst am kommenden Spieltag. Stattdessen hatte die zweite Vertretung in der Bezirksklasse Rhein-Neckar gleich zu Beginn den schwierigsten Brocken. Die TSG Lützelsachsen, die in dieser Saison zu den Topfavoriten auf den Aufstieg zählt, war am frühen Samstagabend in der Birkenauer Grundschulhalle zu Gast. Gleich zu Beginn der Partie zeigten die Gäste ihre diesjährigen Ambitionen und zogen schnell auf 0:7 davon. Dennis Kornberger konnte dann in einem spannenden Fünf-Satz-Match zum ersten Mal für die Heimmannschaft punkten. Für eine weitere positive Meldung sorgte Thomas Arnold, der in drei starken Sätzen gegen den ehemaligen Birkenauer und Hemsbacher gewinnen konnte. Am Ende ging der Sieg mit 2:9 erwartungsgemäß an die TSG; für die SG Birkenau/Hemsbach II aber kein Rückschlag, da im Kampf um den Klassenverbleib noch einige schlagbare Gegner kommen werden.

SG Birkenau/Hemsbach II: Arnold (1), Kornberger (1)

Einen hervorragenden Einstand konnte dagegen die vierte Mannschaft der SG feiern. In der Kreisklasse B2 peilt das Team einen Platz im vorderen Bereich der Tabelle an und setzte mit einem deutlichen 9:0 gegen die SG Laudenbach/Sulzbach III das erste Ausrufezeichen. Dabei konnte Hans-Jürgen Walther mit einem Kraftakt einen 0:2-Satzrückstand noch zum Sieg umdrehen.

SG Birkenau/Hemsbach IV: Hoffmann (1), Stay (1), Kraft (1), Walther (1), Rüssel (1), Vogel (1), Hoffmann/Kraft (1), Stay/Rüssel (1), Walther/Vogel (1)

Für das aufregendste Match an diesem Spieltag sorgte die SG Birkenau/Hemsbach V. Beim Gastspiel gegen den TTC Heddesheim 3 wechselte die Führung mehrmals und die Entscheidung sollte erst im letzten Duell gefunden werden. Nachdem die SG vor allem in den Doppeln eine gute Vorstellung zeigte, konnte man mit 3:1 in Führung gehen. Daraufhin konterten die Heddesheimer allerdings mit vier klaren Siegen, wodurch nur noch ein Unentschieden möglich sein sollte. Zunächst sorgte Thomas Schneider in einem engen Vier-Satz-Match für den Anschluss, woraufhin Torsten Frank nach 1:2-Satzrückstand noch den entscheidenden Punkt zum 5:5-Unentschieden lieferte. Bei einem Satzverhältnis von 21:16 auf Seiten der Gastgeber sicherlich ein schwer erkämpfter Punktgewinn für die Spielgemeinschaft in der Kreisklasse C2.

SG Birkenau/Hemsbach V: Müller (1), Schneider (1), Frank (1), Müller/Schneider (1), Schwarz/Frank (1)

Auch die U16 der SG konnte am Wochenende mit einem souveränen 8:2 auf sich aufmerksam machen. Gegen die DjK Wallstadt II hatten vor allem Josia Zilke und Anel Secovic einen guten Tag, konnten jeweils drei Einzel gewinnen und lieferten somit fast im Alleingang die ersten zwei Punkte in der Kreisklasse A.

SG Birkenau/Hemsbach: Jenal (1), Zilke (3), Secovic (3), Jenal/Zilke (1)

Weitere Ergebnisse:
SG Birkenau/Hemsbach III – DjK St. Pius III: 0:9
TV Schriesheim – SG Birkenau/Hemsbach: 10:0

Die Vereinsvorsitzenden Christian Orlik und Günter Stay im Interview mit Bernd Klemm (wnoz) über die Entstehung der Spielgemeinschaft

Die Frauen haben den ersten Schritt gemacht, jetzt betreten die Männer den gleichen Weg – und am Ende soll vor allem die Jugend von der partnerschaftlichen Kooperation profitieren. Die Tischtennis-Vereine TTG 05 Birkenau und TTF Hemsbach starten in der neuen Verbandsrunde 2020/21 erstmals in allen Bereichen als Spielgemeinschaft (SG) Birkenau/Hemsbach in den Punktspielbetrieb.

Bislang existierte diese Verbindung über die Landesgrenzen hinweg lediglich bei den Damen-Mannschaften in der wegen der Corona-Pandemie abgebrochenen Spielzeit 2019/20. Jetzt wird das Ganze auf sämtliche Abteilungen ausgeweitet. Zum geplanten Saisonstart im September werden neben den beiden Damen-Mannschaften noch sechs Herren- und drei Jungen-Teams unter dem Dach der Spielgemeinschaft an den Start gehen. Wir sprachen darüber mit den Hauptverantwortlichen Christian Orlik, seit sechs Jahren Vorsitzender der TTG, und Günter Stay, seit zehn Jahren TTF-Vorsitzender.

Was sind die Hauptgründe für die Bildung Ihrer Spielgemeinschaft?

Christian Orlik: Wir als TTG hatten schon seit Längerem einen langsamen, aber stetigen Schwund an aktiven Mitgliedern vorzuweisen. Diese Entwicklung ist ebenfalls im Jugendbereich zu beobachten, auch wenn wir immerhin noch eine Schüler- oder Jugendmannschaft melden konnten. Durch die Spielgemeinschaft erhoffen wir uns eine Verbesserung und auch einen Qualitätsgewinn der Trainingsarbeit gerade im Nachwuchsbereich. Außerdem können wir sowohl Schülern und Jugendlichen als auch den Aktiven in einer Spielgemeinschaft die Möglichkeit bieten, wieder in einer Klasse zu spielen, die ihrem Leistungsstand entspricht.
Günter Stay: Obwohl wir in Hemsbach sehr viel für die Trainer im Jugendbereich investiert haben, ist dabei nichts herausgekommen. In der vergangenen Saison hatten wir zwar eine Mannschaft gemeldet, mussten diese aber schon im September wieder abmelden. Damit hatten wir in Hemsbach weder eine Jugend- noch eine Schüler-Mannschaft. Seit ich Vorsitzender der TTF bin, war das noch nie der Fall, das ist eine Katastrophe und hat mich entsetzt. Schließlich ist die Jugend doch das Fundament für unsere Vereinsarbeit. Jetzt hoffen wir, mit der Spielgemeinschaft wieder eine vernünftige Basis schaffen zu können.

Wer wird für die Jugend und Schüler in der Spielgemeinschaft verantwortlich sein?

Orlik/Stay: Das übernehmen Jörg Niese von den TTF Hemsbach und Gerhard Schnabel von der TTG Birkenau.

Was erhoffen Sie sich vom Zusammenschluss als Spielgemeinschaft, wobei beide Stammvereine ja weiterhin selbstständig bleiben?

Stay: Die Hauptintention ist die Stärkung unserer Jugendarbeit. Dafür ist es aber auch wichtig, eine gute erste und zweite Herren-Mannschaft zu stellen, deren Spieler durchaus als Vorbilder für die Jugend dienen können. Auch das hätten wir alleine als TTF nicht mehr leisten können.
Orlik: Das war bei uns ähnlich. Ohne Spielgemeinschaft hätte außerdem die Gefahr bestanden, dass uns Spitzenspieler verlassen hätten. So aber bleiben alle Spieler bei ihren Vereinen und gehen den Weg in die Spielgemeinschaft mit. Und bei allen sechs Herren-Teams wird es durchweg „gemischte Mannschaften“ jeweils mit Spielern aus Birkenau und Hemsbach geben.

Das ist ein bemerkenswert gutes Zeichen. Wie läuft die neue Kooperation bisher an?

Stay: Die Resonanz ist durchweg positiv. Schon bei den Damen ist das hervorragend angenommen worden. Und ich bin sehr zuversichtlich, dass das auch bei den Herren und der Jugend sehr gut funktionieren wird. Selbstverständlich müssen wir uns als Spielgemeinschaft in der Saison 2020/21 erst finden und neue Freundschaften schließen. Das muss wachsen, wir gehen Schritt für Schritt vor.
Orlik: Uns ist bewusst, dass die Gründung einer Spielgemeinschaft alleine keine Garantie für langfristigen Erfolg darstellt. Wir müssen die kommende Runde nutzen, um uns gegenseitig richtig kennenzulernen, um dann gemeinsam für die nächsten Jahre ein erfolgversprechendes Konzept für beide Vereine zu entwickeln.

Die Verbindung über Landesgrenzen hinweg hat auch Vorteile für die Trainingsarbeit.

Stay/Orlik: Das stimmt. In Hemsbach trainieren wir im Bildungszentrum, in Birkenau in der Grundschul-Sporthalle. Während der Schulferien stehen beide Sportstätten nicht zur Verfügung. Nun können wir in den Sommerferien aber jeweils im anderen Bundesland trainieren. So lange in Hessen Ferien sind, gehen wir nach Hemsbach, wenn in Baden-Württemberg die Hauptferienzeit beginnt, können wir in Birkenau trainieren.

Warum bilden ausgerechnet Hemsbach und Birkenau eine Spielgemeinschaft?

Stay: Wir haben schon über viele Jahre hinweg ein gutes Verhältnis und auch die Spieler beider Vereine kennen sich gut. Zudem begegnen sich beide Vereine absolut auf Augenhöhe.
Orlik: Das ist ein wichtiger Aspekt. Beide Vereine haben identische positive Aspekte und identische Probleme. Keiner nimmt also dem anderen etwas weg, vielmehr ergänzen sich beide und profitieren damit voneinander. 

Bericht: Bernd Klemm / Bild: Philipp Reimer

Ab der Saison 20/21 gründen die Tischtennisvereine aus Hemsbach und Birkenau eine komplette Spielgemeinschaft. Im vergangenen Jahr hatte man schon im Damenbereich zusammengearbeitet und sich in den Mannschaften ergänzt. Nun haben sich die Vereinsführungen dazu entschieden, nach mehreren Monaten Konzeption und Gestaltung, die Kooperation auf den gesamten Verein zu erweitern. Die derzeitigen Hauptverantwortlichen beider Vereine, Günter Stay (TTF) und Christian Orlik (TTG), haben sich dazu folgendermaßen geäußert:

Orlik: „Der Schritt hin zu einer Spielgemeinschaft beruht auf der Tatsache, dass die TTG 05 Birkenau schon seit längerem einen langsamen aber stetigen Rückgang an aktiven Mitgliedern hinnehmen muss. Die Bildung einer Spielgemeinschaft bietet beiden Vereinen eine gute Möglichkeit, den Auswirkungen des Mitgliederschwundes entgegenzuwirken. Doch uns ist auch bewusst, dass die Gründung alleine keine Garantie für langfristigen Erfolg darstellt. Wir müssen die kommende Runde daher nutzen, um uns gegenseitig kennenzulernen und dann gemeinsam für die kommenden Jahre ein erfolgsversprechendes Konzept für beide Vereine auf die Beine stellen.

Stay: „Da wir schon bei den Damen eine SG haben und das hervorragend angenommen wurde, bin ich zuversichtlich, dass dies bei den Herren- und Schüler-/Jugendmannschaften auch funktioniert. Nur gemeinsam können wir die Randsportart Tischtennis für unsere Vereine attraktiver gestalten und damit die Freude und Lust der Spieler hochhalten. Wir müssen uns in der SG in der Runde 20/21 finden und neue Freundschaften schließen, denn nur wenn jeder Spieler seinen Spaß am Spielen hat, werden wir erfolgreich sein. Ich bin sehr zuversichtlich dass uns das gemeinsam gelingen wird.

Ein Schritt, der sich in den letzten Jahren angedeutet hat und für viele kleinere Vereine alternativlos erscheint. Gerade im Jugend- und Schülerbereich muss man sich mit dem gesellschaftlichen Wandel, aber auch mit der Problematik als Randsportart auseinandersetzen und hat Schwierigkeiten Nachwuchs in den Erwachsenensport zu begleiten. Aber vor allem dort können sich die beiden Vereine gegenseitig ergänzen, da man auf Hemsbacher Seite im Jugend- und auf Birkenauer Seite im Schülerbereich schwächer besetzt ist. Aufgrund der Corona-Pandemie lässt man es aber vorerst langsam angehen, da man sich im Training auch erstmal kennenlernen will.

Bei den Herren ist man derweil schon einen Schritt weitergegangen. Hier haben beide Vereine mit Spieler-Rückgang zu kämpfen und hätten mit der Aufstellung für die kommende Saison eine schwierige Aufgabe vor sich gehabt. Als Spielgemeinschaft hatte man die Chance, sich neuaufzustellen und für die meisten Spieler eine erfolgsversprechende Liga anzubieten. Interessanterweise werden in nahezu jeder Mannschaft Hemsbächer mit Birkenauern zusammenspielen. Ein weiteres Zeichen dafür, warum der Zusammenschluss ein sinnvoller Schritt für die Gegenwart und für die Zukunft sein kann.

Neben der ersten Damenmannschaft, die in der Verbandsklasse Nord verbleibt, hat sich die zweite Vertretung mit der Bezirksliga Nord für eine größere Herausforderung entschieden. Im Herrenbereich hatten sich die TTF Hemsbach über den zweiten Platz in der Bezirksklasse Rhein-Neckar für die Bezirksliga Nord qualifiziert, während die TTG die Klasse halten konnte. Die Mannschaften 3 bis 6 der neuen Spielgemeinschaft werden sich auf Kreisliga1, Kreisklasse B2, Kreisklasse C1 und Kreisklasse C2 verteilen. Des Weiteren werden bei den Jungen 15 zwei Mannschaften, sowie bei den Jungen 18 eine Mannschaft an den Start gehen.

So hofft man, für die zukünftigen sportlichen Aufgaben gerüstet zu sein und auch für das gesellschaftliche Vereinsleben neue Freundschaften zu knüpfen.